STEUERfrei - Juli 2001

Die doppelte Preisauszeichnung

Zum Schutz der Konsumenten sind Preise übergangsweise sowohl in Schilling als auch in EURO anzugeben.

Diese Regelung wurde mit dem Euro-Währungsangabengesetz (kurz EWAG) erlassen. Danach sind Unternehmen gegenüber Endverbrauchern zur doppelten Währungsangabe verpflichtet. Diese Verpflichtung trifft Handelsgeschäfte, aber auch Dienstleister wie z.B. Friseure sowie freie Berufe wie Zahnärzte oder Rechtsanwälte. Geldbeträge in Anboten, Kostenvoranschlägen, Rechnungen und Quittungen, sowie in der schriftlichen und akustischen Werbung sind doppelt anzugeben.

Die Verpflichtung zur doppelten Preisauszeichnung beginnt mit 1.10.2001 und endet mit Ende des Schilling als gesetzliches Zahlungsmittel, spätestens jedoch am 31.12.2002. Es besteht jedoch die Möglichkeit, durch Vereinbarung mit jedem einzelnen Kunden, diese Verpflichtung abzubedingen.

Die Auspreisung von angebotenen Waren in Handelsbetrieben muss so gestaltet sein, dass sie leicht gelesen, eindeutig zugeordnet, und beide Preise gleichzeitig wahrgenommen werden können. Der Schillingbetrag muss entweder links und der Eurobetrag rechts stehen, oder der Schillingbetrag muss oben, der Eurobetrag unten stehen.

Kleinunternehmen im Handel (bei höchstens 9 Vollbeschäftigten im Gesamtbetrieb) müssen dem Verbraucher lediglich die Ermittlung der Beträge in Schilling und Euro durch Preislisten oder Umrechnungstabellen ermöglichen. Für Dienstleister hingegen ist es jedenfalls verpflichtend und zumutbar, Preisaushänge mit doppelter Währungsangabe anzufertigen.

Im Kassenbereich müssen auf einem gut sichtbaren Aushang der Umrechnungskurs, die Saldierungswährung (Währung in der das Unternehmen die Verrechnung durchführt) sowie eine Stückelungsliste von Noten und Münzen samt jeweiligem Umrechnungswert angegeben werden.

Sonderregeln für Kataloge, Tankstellen, Taxiunternehmen, Buchhandel, Waren- und Dienstleistungsautomaten, Konzessionäre nach dem Glücksspielgesetz, Registrierkassen und für kleine Handelsunternehmen nehmen Rücksicht auf spezielle Bedürfnisse.

(Brigitte Heizinger) 07-09/01