STEUERfrei - September 2003

Wieder Einschränkungen beim Vorsteuerabzug von Kleinbussen

Zweifel am Vorsteuerabzug für bestimmte Mini Vans

Wie bereits im letzten Steuerfrei berichtet (Vorsteuerabzug für Kleinbusse 06/2003), musste das Finanzministerium (BMF) den Vorsteuerabzug für jene Kleinbusse, die vor den EU-Beitritt bereits vorsteuerabzugsberechtigt waren, wieder zulassen. Fraglich ist jedoch, ob nun auch den kleineren siebensitzigen Modellen, die neu entwickelt wurden (z.B. Opel Zafira), der Vorsteuerabzug zusteht.

bei folgenden Modellen ist der Vorsteuerabzug zweifelhaft:
Honda Stream, Mercedes Vaneo, Mercedes E T-Modell, Nissan Prairie, Opel Zafira, Peugeot 307, Toyota Picnic, Volvo V 70, VW Touran und dergleichen.

Während die Beförderungsmöglichkeit für mehr als sechs Personen unter Verweis auf die maximal zulässige Personenbeförderungsmöglichkeit bei diesen Modellen kein Problem ist, hakt das Finanzministerium bei der Auslegung des "kastenwagenförmigen Äußeren" ein. Nach der kolportierten Meinung des BMF soll es bei derartigen Fahrzeugen auf eine Mindestlänge von 450 cm und eine Mindesthöhe von 170 cm ankommen, wobei ein geringfügiges Unterschreiten eines dieser Maße toleriert wird. Vergleicht man nun aber die neuen und angeblich zu kleinen Modelle mit dem Typusbild des Kleinbusses, so zeigt sich, dass diese zwar in Länge oder Höhe kleiner sind als die bisherigen Modelle, jedoch von der Verkleidung her ebenso wie ein Kleinbus mit einer geraden Seitenwand, einen ebenen Dach und hinten mit einer senkrechten Rückenwand bestückt sind. Der wesentliche Unterschied zwischen dem "klassischen" Modell des Kleinbusses und den modernen Mini Vans besteht in der Frontpartie. Ist diese beim Kleinbus auch senkrecht, so zeigen die fraglichen Modelle eine sehr flach ansteigende Schnauze, ähnlich einem Kombi. Und dies ist nach Auffassung des BMF das ausschlaggebende Kriterium, um bei den zuvor genannten Modellen, die zwar Ähnlichkeit mit den bekannten Mini Vans besitzen, keinen Vorsteuerabzug zuzulassen. Um Sicherzustellen, dass Ihr Modell nicht in diese Kategorie fällt, empfehle ich Ihnen die aktuelle Liste der steuerlich anerkannten Kleinbusse auf der Homepage des BMF zu durchforsten.

Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben auch bei PKWs

Vorsicht sei auch bei teuren PKWs, geboten. Ausgaben im Zusammenhang mit der Anschaffung eines PKWs sind steuerlich nur insoweit anerkannt als sie den Betrag von 34.000,00 nicht übersteigen. Das heißt, über diese "Angemessenheitsgrenze" hinausgehende Anschaffungskosten sind daher nicht abzugsfähig.

Leasing bzw. Miete

Wird jedoch das Auto geleast, sind grundsätzlich zwei Arten zu unterscheiden: Finanzierungsleasing und Operatingleasing.

Beim Finanzierungsleasing ist auch die Amortisation der Anschaffungskosten des Fahrzeuges in die Leasingrate einkalkuliert. Dabei wird in der Regel von einer kürzeren Nutzungsdauer als den steuerlich anerkannten 8 Jahren ausgegangen. Um das auszugleichen, muss ein steuerlicher Aktivposten angesetzt werden.

Hingegen beim Operatingleasing haben in den letzten Jahren die Hersteller von teuren PKWs ihren Kunden sog. Operating-Leasing-Verträge angeboten, da man auf diese Weise die Luxustangente von 34.000,00 nicht beachten müsse und daher voll absetzen kann. Im Dezember 2002 hat das BMF in einem Einkommensteuerprotokoll jedoch gemeint, dass beim Operatingleasing die Gebrauchsüberlassung im Vordergrund steht und daher bei dieser Leasingart kein Aktivposten anzusetzen ist, da die Mietkomponente im Vordergrund steht. Jedoch ist die Luxustangente von 34.000,00 zu beachten.

Siehe: Vorsteuerabzug 06/2002, Vorsteuerabzug für Kleinbusse 06/2003, Luxustangente 10/2004

(Renate Schneider) 09/03