STEUERfrei - September 2003

Studenten bilden sich nicht weiter ?!

Studenten genießen das Leben, haben andauernd Ferien und feiern nur Partys. Das bestätigte bis jetzt sogar das Gesetz, denn Universitätsstudien sind nicht als Erwerb und Vertiefung von Kenntnissen“ qualifiziert. Doch nun soll das Gesetz novelliert und somit die Aufwendungen für ein (ordentliches) Universitätsstudium absetzbar werden.

siehe auch: Familienbeihilfe (12/2010)

Universitätsstudien sind von der Bezeichnung "Ausbildung" disqualifiziert. Da grundsätzlich ein Studium zur Berufsausbildung angestrebt wird, bedurfte es unbedingt einer Gesetzesänderung.
Aktuell ist, dass Bildungsmaßnahmen dann absetzbar sind, wenn sie zur Erlangung bzw. Vertiefung von Kenntnissen, die den Ein- bzw. Aufstieg eines künftigen bzw. bereits ausgeübten Berufs dienen. Abzugsfähig sind dann vor allem Kursgebühren, Fachliteratur und Kopierkosten, Fahrtkosten (sofern nicht anderweitig berücksichtigt), Taggelder und Nächtigungskosten. (Bem.: Arbeitsraum bzw. Inventar können nur als unter den bestimmten Voraussetzungen eines "Arbeitszimmers" abgesetzt werden).

Die Änderung lautet nun, dass Studierende, die eine aktive berufliche Tätigkeit ausüben und der Zweck des Studiums eine Umschulungsmaßnahme ist, die Studiengebühren – und nur diese – als Betriebs- oder Werbungskosten absetzen können.
Begünstigt, wenn auch nur partiell, nämlich eben nur bei Konnex zwischen Studium und Beruf, werden im Zukunft Bakkalaureat-, Magister-, Diplom- und Doktoratstudien. Keinesfalls absetzbar sind Studien zu rein privaten Zwecken, was schwierig abzugrenzen sein dürfte.

Auswirkungen auf die Familien- und Studienbeihilfe:
Bisher entfiel die Beihilfe, wenn der Studierende ein steuerpflichtiges Einkommen von mehr als 8.725 im Jahr bei der Familienbeihilfe bzw. 5.814 im Jahr bei der Studienbeihilfe hatte. Diese Grenzen können nun um jeweils 2x 363,36 (Studiengebühr/Semester) erhöht werden.
Auch Vollzeitstudierende ziehen aus diesen Erhöhungen Vorteile, denn auch die Gesamtheit der sporadisch Einnahmen kann nun höher ausfallen, ohne dass der Anspruch auf Beihilfe erlöschen würde.

(Susanne Kühlmayer) 09/03