STEUERfrei - März 2009


Wie Sie von der Steuerreform 2009 profitieren!

Was bringt sie Ihnen als Unternehmerin?

Die Tarifsenkung in der Einkommensteuer, die erweiterte Abzugsfähigkeit von Spenden und die Möglichkeit einer vorzeitigen 30 %-igen Abschreibung auf gewisse Wirtschaftsgüter kommen Ihnen schon ab 1.1.2009 zu Gute. Der neue Gewinnfreibetrag ist erst ab der Veranlagung 2010 anwendbar.


Tarifsenkung

Den Schwerpunkt der Änderungen bildet die Tarifentlastung der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen. Der ab 1.1.2009 geltende Tarif sieht folgendermaßen aus:

steuerpflichtiges Einkommen

Grenzsteuersatz

bis 11.000 €

(bisher 10.000 €)

0 %

ab 11.000 bis 25.000 €

(bisher 10.000 – 25.000 €)

36,50 %

(bisher 38,3333 %)

ab 25.000 bis 60.000 €

(bisher 25.000 – 51.000 €)

43,2143 %

(bisher 43,5962 %)

ab 60.000 €

(bisher ab 51.000 €)

50 %

Wermutstropfen ist allerdings, dass Dienstgeberinnen, sofern die technischen und organisatorischen Möglichkeiten gegeben sind, eine Aufrollung für ihre Dienstnehmerinnen bis spätestens 30.6.2009 machen müssen, um die bisher zuviel einbehaltene Lohnsteuer für die Monate Jänner bis März zu korrigieren.


Abzugsfähigkeit von Spenden

Private und Unternehmerinnen können zusätzlich zur bisherigen Spendenregelung ab 1.1.2009 Spenden an begünstigte Organisationen für mildtätige Zwecke, für die Bekämpfung von Not und Armut in Entwicklungsländern und für die Hilfestellung in Katastrophenfällen (insbesondere Hochwasser-, Erdrutsch-, Vermurungs- und Lawinenschäden) von der Steuer absetzen. Spenden für den Tier- und Umweltschutz sind weiterhin nicht steuerlich absetzbar. Die aktualisierte Liste der begünstigten Spendenempfängerinnen wird spätestens am 31.7.2009 auf der Homepage des BMF veröffentlicht.

Für die Jahre 2009 und 2010 genügt als Nachweis noch der Einzahlungsbeleg oder eine Bestätigung der Spendenorganisation. Ab 2011 müssen alle privaten Spenderinnen, welche die Spende als Sonderausgabe absetzen wollen, der begünstigten Organisation auch ihre SV-Nummer oder die persönliche Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte bekannt geben. Die Organisationen haben den Finanzämtern bis zum 28.2. des Folgejahres eine Liste mit den Spenderinnen und den gespendeten Beträgen elektronisch zu übermitteln.


Vorzeitige Abschreibung für Investitionen 2009 und 2010

Mit der Einführung einer vorzeitigen Abschreibung von 30 % auf abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter – befristet auf die Dauer von zwei Jahren – sollen Anreize für mehr bzw. vorgezogene Investitionen gesetzt werden. Von der vorzeitigen Abschreibung sind Gebäude und Mieterinvestitionen in ein Gebäude, PKWs und Kombis, Luftfahrzeuge und gebrauchte Wirtschaftsgüter ausgeschlossen. Allerdings steht die vorzeitige Abschreibung auch für Wirtschaftsgüter zu, für die der Forschungsfreibetrag oder die Forschungsprämie in Anspruch genommen wurde. Durch die Einrechnung der linearen Abschreibung in den Satz von 30 % im Investitionsjahr kommt es zwar zu einer schnelleren Abschreibung der Investition, nicht jedoch zu einer Abschreibung von mehr als 100 % der Anschaffungs- und Herstellungskosten.


Gewinnfreibetrag ab 2010

Ab der Veranlagung 2010 wird der Freibetrag für investierte Gewinne in Gewinnfreibetrag umbenannt, von 10 % auf 13 % erhöht und auf alle betrieblichen Einkünfte und Gewinnermittlungsarten ausgeweitet. Die Umbenennung ist damit begründet, dass für Gewinne bis 30.000 € die Verpflichtung wegfällt in Höhe des Freibetrages in Anlagegüter bzw. Wertpapiere mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren zu investieren. Das bedeutet für diese Unternehmerinnen eine sofortige Reduzierung um bis zu 3.900 € (13 % von 30.000 €) des steuerpflichtigen Einkommens.

Das Erfordernis der Investitionsdeckung bleibt nur mehr für Gewinne über 30.000 € bestehen. Ab 2010 sind auch Investitionen in Gebäude und Mieterinvestitionen (z.B. Adaptierungskosten für ein gemietetes Büro) zulässig, wenn mit der tatsächlichen Bauausführung nach dem 31.12.2008 begonnen wurde.

Dafür wird die begünstigte Besteuerung für nicht entnommene Gewinne ab 2010 abgeschafft. Neben der siebenjährigen Beobachtung für eine etwaige Nachversteuerung besteht die Möglichkeit alle vor 2009 begünstigten Beträge freiwillig mit einem Steuersatz von 10 % im Jahr 2009 nachzuversteuern.

(Renate Schneider) 03/09