STEUERfrei - Oktober 2001

Spenden sammeln - mit Brief und Siegel

Die Einführung eines Spendengütesiegels soll das Vertrauen gegenüber spendensammelnden Organisationen erhöhen.

Eine Kooperation zwischen namhaften spendensammelnden Organisationen bzw. deren Dachverbänden und der Kammer der Wirtschaftstreuhänder regelt Kriterien und Ablauf einer freiwilligen und regelmäßigen Prüfung, die zur Verleihung oder Aberkennung des Spendengütesiegels führen kann. Dieses Gütesiegel soll dem Spender signalisieren, dass die jeweilige Organisation in Spendenaufbringung und Spendenverwaltung Qualitätsstandards einhält und diese Qualität auch durch externe Prüfer bestätigt wurde.

Zur Prüfung berechtigt sind Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater, für größere Organisationen (Bilanzsumme über EUR 3,125 Mio, Gesamteinnahmen über EUR 6,25 Mio, mehr als 50 Arbeitnehmer, wenn zwei von drei Grenzwerten überschritten werden) ist die Prüfung zwingend durch Wirtschaftsprüfer abzuhalten. Im Einzelfall wird bei der Vergabe des Prüfungsauftrages zu klären sein, ob ein bereits bestehendes Auftragsverhältnis zwischen der prüfungswilligen Organisation und dem Wirtschaftstreuhänder die Annahme des Auftrags ausschließt.

Die Prüfung orientiert sich an einem Kriterienkatalog der versucht, objektivierbare Maßstäbe an die sieben Prüfbereiche anzulegen: Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, internes Kontrollsystem, satzungs- und widmungsgemäße Spendenverwendung, Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit, Finanzpolitik, Personalwesen, sowie Lauterkeit der Spendenwerbung. Bei positiver Prüfung wird das Spendengütesiegel für jeweils ein Jahr verliehen - an kleine Organisationen (bis zu EUR 40.000 Gesamteinnahmen) für jeweils zwei Jahre.

Nähere Informationen zum Spendengütesiegel erhalten Sie im Internet unter www.osgs.at und bei Ihrer Steuerberatung.

(Andreas Schmidt) 10-12/01