STEUERfrei - Juni 2007

Schwerarbeitsverordnung

Bei der Schwerarbeitsverordnung handelt es sich um eine besondere Art der Alterspension, die nach §4 Abs.3 des Allgemeinen Pensionsgesetztes (APG) eingeführt wurde. Sie steht in engem Zusammenhang mit der Abschaffung der so genannten „Frühpension“.

Der verfrühte Pensionsantritt kann frühestens nach Vollendung des 60. Lebensjahres (sobald 540 Arbeitsmonate, davon min. 120 Schwerarbeit in den letzten 240 Monaten vor Pensionsantritt) in Anspruch genommen werden.

Die als Schwerarbeit deklarierten Tätigkeiten umfassen im Wesentlichen folgende Bereiche:

• Schicht und Wechseldienst (wovon min. 6 Stunden der Arbeitszeit zwischen 22 und 6 Uhr liegen)
• Arbeitstätigkeit unter Hitze oder Kälte (wobei diese Grenzwerte bis auf den Grad Celsius genau festgelegt sind)
• Arbeitstätigkeit unter chemischen oder physikalischen Einflüssen (etwa gesundheitsgefährdenden Erschütterungen oder Inhalation von Schadstoffen)
• Körperliche Schwerarbeit (bei der innerhalb von 8 Stunden Arbeitszeit eine gewisse Kilojouleanzahl verbrannt werden muss)

• Tätigkeit zur berufsbedingten Pflege (z.B. im Hospizbereich oder in ambulanter Pflege)

Die Meldepflicht bei vorliegender Schwerarbeit obliegt dem/der Dienstgeber/in. Diese haben dem zuständigen Krankenversicherungsträger ab 1.1.2007 hinsichtlich ihrer Beschäftigten (männliche Mitarbeiter ab dem 40. Lebensjahr, weibliche Mitarbeiterinnen ab dem 35. Lebensjahr) Daten über den Tätigkeitsbereich sowie die Dauer, die auf Schwerarbeit schließen lassen, zu melden. Bei vorliegender Schwerarbeit, sind keine zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge zu leisten. Da keine unterjährige Meldung möglich ist, müssen diesbezügliche Meldungen stets frühestens ab 1. Jänner bis spätestens Ende Februar getätigt werden.

Wie der/die Dienstgeber/in Meldungen diesbezügliches Vorliegen einer Schwerarbeit „messen“ soll, scheint ungeklärt. So ist beispielsweise von Schwerarbeit auszugehen, wenn Grenzwerte wie „30°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50% bei einer Luftgeschwindigkeit von 0,1m pro Sekunde“ erreicht oder überschritten werden.

TIPP: Weitere Links zum Thema sowie eine Liste der Tätigkeitsbereiche, die unter die Schwerarbeitsverordnung fallen: http://www.arbeiterkammer.at/www-192-IP-32178-AD-29407.html

(Dominik Gocumyan) 06/07