STEUERfrei - April 2002

Der Säumniszuschlag

Die verspätete Entrichtung von Steuerschulden kann empfindliche Mehrkosten verursachen.

Der Säumniszuschlag gehört wie der Verspätungszuschlag oder die Kosten eines Vollstreckungs- und Sicherungsverfahrens zu den Nebenansprüchen (Einnahmen) des Bundes.

Wird eine Abgabe nicht spätestens am Fälligkeitstag entrichtet, so wird ein Säumniszuschlag in Höhe von 2% des geschuldeten Betrages verhängt. Die verspätete Entrichtung der Umsatzsteuer ist der häufigste Fall der Vorschreibung von Säumniszuschlägen. Bisher war die Säumnis damit gesühnt. Für nach dem 1.1.2002 fällige Abgaben, hat sich der Gesetzgeber leider etwas Neues einfallen lassen.

Der Säumniszuschlag von 2% für nicht zeitgerecht bezahlte Abgaben wird unverändert vorgeschrieben. Ein zweiter Säumniszuschlag in Höhe von 1% wird verhängt wenn die Fälligkeit um drei Monate überschritten wird. Sollten Sie sich mit der Bezahlung mehr als sechs Monate Zeit lassen wird ein dritter Säumniszuschlag ebenfalls in Höhe von 1% fällig.

Der schlimmste Fall tritt ein, wenn z.B. die Umsatzsteuerjahreserklärung einen Rückstand ausweist, der am 15. Februar des Folgejahres fällig ist. Wurde die Erklärung, wie üblich, erst im Oktober eingereicht, so kommt der Säumniszuschlag von 4% zur Anwendung.

Säumniszuschläge sind nicht zu entrichten wenn auf Antrag die Einhebung der Abgabenschuld ausgesetzt ist oder Zahlungserleichterungen gewährt wurden. Diese Anträge sind vor Fälligkeit des Rückstandes bei der Behörde einzureichen und haben bis zur amtlichen Entscheidung ihre Gültigkeit.

(Siegfried Polly) 04-06/02