STEUERfrei - April 2002

Reisediäten

Jetzt wird abgespeckt

Nach einem Anlassfall im Jahr 2001 kam der Verwaltungsgerichtshof zu dem Erkenntnis, dass einem Steuerpflichtigen keine Verpflegungsmehraufwendungen zustehen, wenn er sich nur während des Tages an einer neuen Arbeitsstätte aufhält.

"Durch die anfängliche Unkenntnis über die lokale Gastronomie entsteht kein Verpflegungsmehraufwand, da dieser durch zeitliche Lagerung von Mahlzeiten bzw. Mitnahme von Lebensmitteln abgefangen werden könne. Nur wenn eine Nächtigung erforderlich ist, sind (für rund eine Woche) Mehraufwendungen zu berücksichtigen." (VwGH 30.10.2001, 95/14/0013)

Eine Reise liegt nur vor, wenn sich ein Steuerpflichtiger zwecks Verrichtung beruflicher Obliegenheiten mehr als 25 km von seiner Arbeitsstätte entfernt und eine Reisedauer von mehr als 3 Stunden (im Inland) oder 5 Stunden (im Ausland) vorliegt.

Taggelder stehen nur für die Anfangsphase von fünf bzw. fünfzehn Tagen als Werbungskosten zu, da nach dieser Zeit angenommen werden muss, dass dem Steuerpflichtigen die örtliche Gastronomie bekannt ist und es somit zu keinem Verpflegungsmehraufwand mehr kommt.

Siehe auch: Berufsreisen nach der EU-Erweiterung (06/04)

(Nicole Polly) 04-06/02