STEUERfrei – September 2012


Was Sie 2013 steuerlich erwartet

siehe auch: BASICS Immo ESt (03/2013)

Ein erster Überblick gibt Ihnen die Möglichkeit, sich auf die Änderungen zum Jahreswechsel einzustellen.

Änderungen im Bereich der Sozialversicherung

·         Voraussichtliche Werte für 2013:

-      Höchstbeitragsgrundlagen:

Ø  täglich: 148.- €*

Ø  monatlich: 4.440.- €*

Ø  jährlich für Sonderzahlungen: 8.880.- €

Ø  monatlich für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen: 5.180.- €

*inkl. zusätzlicher Erhöhungen gemäß 2. Stabilitätsgesetz 2012

-      Geringfügigkeitsgrenzen:

Ø  täglich: 29,70 €

Ø  monatlich: 386,80 €

Ø  Grenzwert für Dienstgeberabgabe (DAG): 580,20 €

-      Grenzbeträge zum Arbeitslosenversicherungsbeitrag (AV-Beitrag): Ab 2013 beträgt der vom Pflichtversicherten zu tragende Anteil des AV-Beitrages bei einer monatlichen Beitragsgrundlage bis 1.219.- € 0%, über 1.219.- € bis 1.330.- € 1%, über 1.330.- € bis 1.497.- € 2%, über 1.497.- € 3%.

-      Nachtschwerarbeits-Beitrag: Ab 2013 voraussichtlich 3,70% der allgemeinen Beitragsgrundlage und der Beitragsgrundlage für Sonderzahlungen

·         GSVG:

-      Erhöhung des Pensionsbeitragssatzes von 17,5% auf 18,5% ab 2013

-      Keine weitere Absenkung der Mindestbeitragsgrundlage für die Pensionsversicherung, das trifft vor allem kleine Ein-Personen-Unternehmen

·         Bauernsozialversicherungsgesetz:

-      Erhöhung des Pensionsbeitragssatzes von 15,5% auf 16% ab 1.7.2012, auf 16,50% ab 1.7.2013 sowie auf 17% ab 1.1.2015

-      Im Fall der Beitragsgrundlagen-Option Erhöhung der Mindestbeitragsgrundlage für die Pensionsversicherung auf rd. 700 € per 2013

·         Auflösungsabgabe:

-      Für das Jahr 2013 beträgt die Auflösungsabgabe voraussichtlich 113 € (110 € + jährliche Aufwertung). Diese fällt an:

Ø  bei Zeitablauf (Befristungen) nach über 6 Monaten,

Ø  bei einvernehmlicher Auflösung nach der Probezeit, außer es besteht ein Pensionsanspruch nach Regelpensionsalter (60./65. Lebensjahr) oder Sonderruhegeldanspruch,

Ø  bei Arbeitgeberkündigung,

Ø  bei ungerechtfertigter Entlassung,

Ø  bei berechtigten vorzeitigen Austritten, ausgenommen Gesundheitsaustritte.

Ausgenommen von der Entrichtung ist jede Beendigung einer geringfügigen Beschäftigung sowie die Auflösung von Lehrverhältnissen und verpflichtenden Ferial- oder Berufspraktika. Die Auflösungsabgabe ist im Monat der Auflösung des Dienstverhältnisses gemeinsam mit den SV-Beiträgen abzurechnen.

·         Arbeitslosenversicherung und Insolvenz-Entgeltsicherungszuschlag:

-      Ab 2013 sind für Personen, die nach dem 31.12.1952 geboren wurden, Arbeitslosenversicherungsbeiträge sowie der IESG-Beitrag bis zu einem Anspruch auf Alterspension spätestens jedoch mit Vollendung des 63. Lebensjahres zu bezahlen.

Änderungen im EStG

·         Abfuhr der Immobilienertragsteuer (ImmoESt):

-      Für Grundstücksveräußerungen nach dem 31.12.2012 ist zwingend von einer Notarin oder Rechtsanwältin entweder eine entsprechende Mitteilung an das Finanzamt zu übermitteln oder die ImmoESt selbst zu berechnen (beides mittels FinanzOnline). Die Einkünfte aus bis zum 31.12.2012 erfolgten Grundstücksveräußerungen müssen von der Steuerpflichtigen in die ESt-Erklärung aufgenommen werden. Im betrieblichen Bereich gilt die Entrichtung der ImmoESt durch die Notarin oder Rechtsanwältin als nicht abgegolten, daher sind die Veräußerungsgewinne in der Steuererklärung anzuführen. Die abgeführte ImmoESt wird damit auf die Einkommensteuerschuld angerechnet.

·         Pendlerpauschale:

-      Die Höhe des zustehenden Pendlerpauschales wird anhand der km-Entfernung und der Zumutbarkeit/Unzumutbarkeit gemessen. Ab 2013 sind für die Beurteilung der Zumutbarkeit/Unzumutbarkeit neue Wegzeiten zu beachten. Lange Anfahrtszeiten bis 90 Minuten sind jedenfalls zumutbar, über 90 Minuten bis 2,5 Stunden nur zumutbar, wenn die Wegzeit mit dem öffentlichen Verkehrsmittel höchstens 3mal so lange dauert als die Fahrzeit mit dem Kfz, und über 2,5 Stunden jedenfalls unzumutbar.

Mittels Antrag (neues Formular L34 für 2013) kann das Pendlerpauschale bereits von der Dienstgeberin im Rahmen der monatlichen Lohnverrechnung berücksichtigt werden. Wurde von dieser Möglichkeit nicht Gebrauch gemacht, ist das Pauschale mit der Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten geltend zu machen.

(Renate Schneider) 10/12