STEUERfrei - März 2010


Investitionsbegünstigungen und Steuerfreibeträge

Zum Jahresanfang fassen wir kurz und bündig einige Steuerzuckerl nach dem Motto „weniger Steuern – mehr Geld für’s Leben“ (Zitat einer vorangegangenen Regierung) für Sie zusammen.

 

Für Spenderinnen:

die Erinnerung, dass ab 2009 auch Geldspenden an bestimmte Einrichtungen die sich der Caritas (Mildtätigkeit), der Entwicklungshilfe oder Katastrophenhilfe verschrieben haben (die Liste finden Sie unter www.bmf.gv.at \ Begünstigte Spendenempfänger), bis zu 10% der Vorjahreseinkünfte, absetzbar sind. Darüber hinaus können Sach- und Geldspenden von Unternehmerinnen für Katastrophenhilfe abgesetzt werden, wenn ein Werbeeffekt nachweisbar ist.

 

Was ist eine Katastrophe?

Wegen der immer wieder auftretenden Notwendigkeit, die Kosten von Katastrophenschäden zu bestreiten, wird auch zum Begriff an sich Theoretisches überlegt, da sich das auf die Absetzbarkeit als „Außergewöhnliche Belastung“ als auch als „Spenden“ auswirkt.

 

außergewöhnliche Belastung sind Kosten, die

·      außergewöhnlich sind,

·      zwangsläufig entstehen und

·      die Wirtschaftslage des Betroffenen wesentlich beeinträchtigen

·      also auch Schadensbeseitigung nach Katastrophen

 

Katastrophe (lt. Judikatur) ist

·         ein sprunghaft auftretendes Phänomen, das eine nachhaltige Zerstörung hervorruft und

·         ein Ereignis, das üblicherweise Schäden hervorruft, die überregionale oder sogar internationale Hilfe erfordern,

·         also einen größeren Personenkreis betrifft

 

Kritisch wird angemerkt, dass in diesen beiden Definitionen ein Widerspruch liegt: denn „stellt man auf das Kriterium einer bestimmten Anzahl betroffener Personen ab, dann könnte an Orten mit geringerer Besiedlungsdichte im steuerrechtlichen Verständnis keinesfalls eine Katastrophe eintreten“ (cit. SWK 84.JG S 700)

 

Für Familien:

die „amtliche“ Einladung, den Kinderfreibetrag (220 € ab 2009) – mit der Veranlagung auch die absetzbaren Kinderbetreuungskosten (bis max. 2.300 €) geltend zu machen. (Siehe Artikel in dieser Ausgabe)

 

Für Gläubige:

der Hinweis, dass ab 2009 jährlich 200 € für Kirchenbeiträge je Person steuerlich abgesetzt werden können.

Den diesbezüglichen Link mit einer Liste der Kirchen finden Sie auf www.pollysteuerfrei.at .

 

Für Unternehmerinnen:

eine Übersicht über die INVESTITIONSBEGÜNSTIGUNGEN. Im Besonderen für Bilanziererinnen, Ein/Ausgabenrechnerinnen, Geschäftsführerinnen mit Betriebsausgabenpauschale, GmbHs und Vermieterinnen.

  % bis / ab gilt für        
     
Bilanzierer
Ein/Aus-Rg.
GF/ pausch.
GmbHs
Vermieterinnen
Begünstigung für nicht entnommene Gewinne Gewinn abzüglich Privatentnahmen letztmals 2009
X
O
O
O
O
Freibetrag für investierte Gewinne

in Höhe der Investitionen¹ bis max.

10% des Gewinns

letztmals 2009
O
X
O
O
O
Gewinnfreibetrag I

bis 30.000 Gewinn,

13% des Gewinns

ab 2010
X
X
X
O
O

Gewinnfreibetrag II

ab 30.000 Gewinn,

in Höhe der Investitionen² bis max.

13% des Gewinns

ab 2010
X
X
O
O
O
Vorzeitige Abschreibung 30% der Investitionen³ nur 2009 und 2010
X
X

X

X

O

¹) ausgenommen: Gebäude, Mieterinneninvestitionen, PKW/Kombi, GWG, gebrauchte WG, Software

²) ausgenommen: PKW/Komi, GWG, gebrauchte WG, Software

³) ausgenommen: Gebäude, Mieterinneninvestitionen, PKW/Kombi, GWG, gebrauchte WG, Wertpapiere, Software

 

Für Dienstgeberinnen:

Die Wiederholung von Förderungen, die es insbesondere für Jung/Neu/Klein-Unternehmerinnen bestehen:

 

- Die Förderung für Unternehmensgründerinnen nach dem NEUFÖG: neben der Befreiung von Gründungsgebühren bietet der Staat für die ersten 12 Monate die Befreiung von folgenden Abgaben an:

1.      Dienstgeberbeitrag zum Famlilienausgleich: 4,5% der Lohnsumme

2.      Wohnbauförderungsbeitrag: 0,5% der Lohnsumme

3.      Unfallversicherung: 1,4% der Lohnsumme

Anmerkung: die Förderung besteht auch für Unternehmesübernehmerinnen

 

- Die Förderung für „EPU“s (Ein-Personen-Unternehmerinnen):

25% des Bruttogehalts von Dienstnehmern für ein Jahr, sofern die eingestellte Person

  1. unter 30 ist,
  2. seit mindestens 1 Monat beim AMS vorgemerkt ist,
  3. weder Lehrling, freie Dienstnehmerin, Ehegattin, Lebensgefährtin noch Verwandte bis zum 2. Grad ist

siehe auch: 31.12.2010 (12/2010), Kindergeld (03-2010), Kinderfreibetrag (03-2010) Familienpaket (03-2009), Steuerreform 05 (12-2004)

(Marina Polly) 03/10