STEUERfrei - Oktober 2008

Haftung für Subunternehmen

Sobald die technischen Mittel (in Form eines installierten Dienstleistungszentrums) geschaffen worden sind, muss eine Unternehmerin, die eine Bauleistung ganz oder teilweise an ein anderes Unternehmen abgibt, beachten, dass Sozialabgaben bis zu einem Höchstmaß von 20% des Werklohns einbehalten werden müssen.

Befreiungsgründe
• Das beauftragte Unternehmen ist in der Liste der haftungsfreistellenden Unternehmen (HFU-Gesamtliste) geführt
• Überweisung des Haftungsbetrags an das Dienstleistungszentrum (gleichzeitig mit dem Werklohn)

Überweisungsdatensatz muss folgendes enthalten:
• Vermerk „AGH“
• Name und Adresse der Auftraggeberin
• Name und DG-Kontonummer der Auftragnehmerin
• Datum und Nummer der Rechnung

Die WGKK ist verpflichtet, ein Dienstleistungszentrum – DLZ - einzurichten, das die Haftungsbeiträge an die KVT weiterzuleiten hat.

Haftungsbeiträge werden rückerstattet, wenn
• alle Beitragskonten ausgeglichen sind
• Die Beitragsnachweisungen vollständig sind
• Keine auffällige Widersprüche zur Zahl der versicherten Personen bestehen
• Keine auffällige Widersprüche zur Höhe des Werklohnes bestehen
• Die Auftragnehmerin kann auf elektronischem Wege kostenlos uneingeschränkte Einsicht in ihr Beitragskonto nehmen.

Voraussetzungen zur Aufnahme in die HFU-Liste
• Das Unternehmen muss insgesamt drei Jahre Bauleistungen erbracht haben und
• darf keine rückständigen Beiträge aufweisen

TIPP: Ab 1.11.2008 können Anträge auf Aufnahme in die HFU-Liste gestellt werden.

Streichung aus der HFU-Liste
• Beiträge wurden nicht entrichtet
• Schwerwiegende verwaltungsrechtliche Gründe
• strafrechtliche Verstöße

Die Entscheidung einer Wiederaufnahme obliegt dem KVT und kann innerhalb von acht Wochen entschieden werden.

(Dominik Gocumyan) 10/08