STEUERfrei - April 2001

Was dem Verwaltungsgericht nicht schmeckt

Thema "Bewirtung von Geschäftsfreunden" anhand eines VwGH-Erkentnis aus jüngerer Zeit (VwGH 94/13/0259 vom 2. August 2000)

Ein Rechtsanwalt wies in seiner Einnahmen-Ausgaben-Rechnung unter der Position Werbung Bewirtungsspesen in Höhe von S 75.000 aus. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer wurde dieser Posten nicht als Betriebsausgabe anerkannt.

Eine daraufhin eingebrachte Beschwerde vor dem Verwaltungsgerichtshof wurde als unbegründet abgwiesen.

Der Rechtsanwalt wies zwar nach, die "Hauptadressaten" der Bewirtung wären Referenten zweier Versicherungen gewesen, durch deren Mandate er immerhin 50% seines Umsatz erwirtschafte und obendrein die Bewirtung die einzige Möglichkeit der Werbung wäre, da Anwälte einem Werbeverbot unterliegen. Trotzdem erkannte der VwGH, daß nachzuweisen wäre, inwiefern jede einzelne (!) Bewirtung tatsächlich dem Werbezweck gedient habe. Die Schaffung einer positiven Einstellung zum "Werber" sei nur "werbeähnlich" und damit verbundener Aufwand daher nicht abzugsfähig.

Beachten Sie also beim nächsten Geschäftsessen die zwei großen W der Bewirtungsspesen: WER wurde bewirtet und WAS wurde beworben.

Siehe: Vorsteuerabzug für Arbeitsessen

(Brigitte Heizinger) 04-06/01