STEUERfrei - April 2001

Wenn die Betriebsprüfung kommt

Für die meisten Menschen bedeutet es erheblichen Stress sich vorzustellen, dass das Finanzamt prüfen kommt. Zu unrecht, wenn man mit den Regeln vertraut ist.

Die Prüfer/innen müssen sich eine Woche vorher anmelden
Plötzliches Erscheinen ist den Prüfer/innen nicht erlaubt. Erfahrungsgemäß wird für Termin und Ort der Prüfung eine Einigung mit dem Steuerpflichtigen oder seinem Vertreter gesucht.

"Machen Sie eine Selbstanzeige?"
Es könnte ja vorkommen, dass Sie beim Vorbereiten der Unterlagen bemerken, dass die Angaben in den Steuererklärungen, nicht ganz richtig waren. Was tun? Um die Steuernachzahlung kommt man nicht herum, aber die Finanzstrafe (immerhin bei Abgabenhinterziehung bis zum zweifachen der Steuerschuld) kann vermieden werden, wenn am Beginn der Prüfung Selbstanzeige erstattet und der "hinterzogene" Steuerbetrag einbezahlt wird.

Offenlegung
Dem Prüfer muss Einsicht in alle Geschäftspapiere und Bücher gegeben werden. Zum Standardablauf einer "Buch- und Betriebsprüfung" gehört auch die Besichtigung des Betriebes. Auf private Unterlagen gibt es jedoch keinen Herausgabeanspruch. Lediglich bei Verdacht auf Steuerhinterziehung könnte das Bankgeheimnis amtswegig aufgehoben werden. Aber Achtung! Das Finanzamt kann alle ihm zur Verfügung stehenden Informationen benutzen, wie z. B. Kontrollmitteilungen aus anderen Prüfungen oder Rechtshilfeauskünfte von inländischen wie auch ausländischen Behörden.

Parteiengehör
Bevor die neuen Bescheide kommen, setzen sich die Prüfer/innen mit den Steuerzahlern zur Besprechung des Prüfungsergebnisses zusammen. Fragen können noch beantwortet, Meinungen kundgetan werden. Das Protokoll und der Prüfungsbericht dokumentieren dann die Beanstandungen.

(Marina Polly) 04-06/01