STEUERfrei – April 2011


STEUERbasics:
Wie erkläre ich mein Einkommen aus 2010

Das Jahr 2010 ist abgelaufen – Sie haben sich Ihren Lebensunterhalt oder mehr verdient - , aber welches Einkommen  und wann müssen Sie dem Finanzamt eigenständig melden (im Fachjargon „erklären“)?

 

Sind Sie nur als Arbeitnehmerin und nur bei einer Arbeitgeberin tätig gewesen?

Dann haben Sie keine „Erklärungs“-Pflicht,, aber 5 Jahre Zeit, in einer Arbeitnehmerinnen-Veranlagung, Kosten für den Beruf oder manches Privates geltend zu machen. (siehe STEUERbasics Juli-September 2009).

 

Haben Sie zwar nur Bezüge einer Arbeitgeberin, aber eine „Freibetrag“ der Lohnabteilung abgegeben?

Hier gelten die untengenannten Meldefristen, aber Sie werden vom Finanzamt im Herbst zu einer „Pflichtveranlagung“ aufgefordert. Die Steuererklärung muss in der gesetzten Nachfrist eingereicht werden.

 

Haben Sie zu den Bezügen einer Arbeitgeberin noch weitere Dienstverhältnisse gehabt?

s. oben „Pflichtveranlagung

 

Haben Sie zu den Bezügen einer Arbeitgeberin noch Krankengeld oder Rückvergütungen von Sozialbeiträgen erhalten?

s. oben „Pflichtveranlagung

 

Sind Sie nur als selbstständige Unternehmerin tätig gewesen?

Dann sind Sie verpflichtet, Ihr Einkommen in Form einer Einkommensteuererklärung dem Finanzamt (eben) selbstständig zu melden.

Folgende Meldefristen bestehen:

30. April (generell aber heuer wegen des Wochenendes – 2. Mai): für Erklärungen in Papierform

30. Juni: für Erklärungen in elektronischer Form (über das Portal FINANZONLINE)

STEUERtipp: Darüber hinaus können Sie die Abgaben der Steuerklärungen mit Antrag verlängern lassen. oder Sie befinden sich in der Erklärungsliste einer Steuerberaterin, die längere Abgabefristen (QUOTEN) hat.

 

Haben Sie nur geringe Verdienste im vergangen Jahr gehabt?

Ausschließlich selbstständige Unternehmerinnen mit einem Einkommen unter 11.000,00 € im Jahr haben keine Steuererklärung abzugeben, außer sie werden vom Finanzamt dazu aufgefordert. Diese Aufforderung ergeht auch oftmals „elektronisch“, indem im Steuerakt aufgrund der Erklärungen der Vorjahre die Abgabe eine Steuererklärung hinterlegt wird.

 

Haben Sie neben Bezügen bei Arbeitgeberinnen noch etwas dazuverdient (etwa selbstständig oder aus Vermietung)?

Selbstständig Nebeneinkünfte von weniger als 730,00 € jährlich lösen keine Erklärungspflicht aus und sind steuerfrei. Wenn es mehr wurde, dann gelten die Regeln für selbstständige Unternehmerinnen. Funktionärinnen von Vereinen haben zusätzliche „Freibeträge“.

 

Müssen Sie Bankzinsen oder Veranlagungserträge melden?

Da von Zinserträgen in Österreich prinzipiell 25% KESt (Kapitalertragsteuer) einbehalten wird, ist damit sowohl die Steuerpflicht als auch die Erklärungspflicht erledigt. Diese Erträge sind endbesteuert. Andere Veranlagungen, etwa in Form von Fonds, können steuerpflichtige Anteile enthalten, was im Detail geklärt werden muss.

 

Müssen Sie ausländische Einkommen dem österreichischen Finanzamt melden?

Prinzipiell ja! Wenn Sie in Österreich ansässig sind, haben Sie hier ihr Welteinkommen zu versteuern. Dabei gibt es mannigfaltige Ausnahmen und Erleichterungen, aber – bei ausländischen Zinseinkünften kann die Meldung an die österreichische Behörde schneller sein, als Sie denken! (siehe STEUERfrei Juli – September 2010)

siehe auch: FinanzOnline (04-2011), Geld im EU-Ausland angelegt (09/2010), Abgabetermine für Steuererklärungen
(04/2002)

(Marina Polly) 03/11