STEUERfrei - November 2007

Arbeitszeitgesetz

Zeit ist Geld – daher sollten Sie sich als Unternehmer/in das neue Arbeitszeitgesetz zu Gemüte führen

Nicht nur das Arbeitszeitgesetz, sondern auch die Öffnungszeitenregelungen ab 1.1.2008 lassen Ihnen den nötigen Freiraum, um flexibel auf eine bessere Auftragslage zu reagieren und Überstunden durch die festgesetzte, längere Normalarbeitszeit zu vermeiden. Folgende Änderungen treten für kollektivvertragliche Arbeitnehmer/innen mit 1.1.2008 in Kraft:

Tägliche Normalarbeitszeit: Der Kollektivvertrag kann eine Verlängerung der täglichen Normalarbeitszeit auf 10 Stunden ohne die bisherigen Einschränkungen auf Gleitzeit oder 4-Tage-Woche zulassen.

4-Tage-Woche: Bei einer Verteilung der Wochenarbeitszeit auf 4 Tage können 10 Stunden Normalarbeitszeit betrieblich oder individuell vereinbart werden. Bisher waren die Voraussetzungen der Kollektivvertrag und 4 aufeinanderfolgende Tage.

Gleitzeit: Auch bei der Gleitzeit besteht die Möglichkeit, mit einer Betriebs- oder Einzelvereinbarung eine Normalarbeitszeit von 10 Stunden festzusetzen.

Einarbeiten iVm Feiertagen: Wird ein Tag iVm einem Feiertag freigegeben, kann die Zeit innerhalb von 13 Wochen statt bisher 7 Wochen eingebracht werden, wobei die Normalarbeitszeit in diesem Zeitraum 10 Stunden beträgt.

12-Stunden-Tag: Bei arbeitsmedizinischer Unbedenklichkeit durch den/die Arbeitsmediziner/in kann im Kollektivvertrag eine tägliche Normalarbeitszeit auf 12 Stunden ausgedehnt werden.

Vorübergehend auftretender Arbeitsbedarf: Fällt für höchstens 24 Wochen (3x8 Wochen) im Kalenderjahr ein vorübergehend auftretender Arbeitsbedarf an, ermöglicht eine Betriebsvereinbarung einen 12-Stunden-Tag und eine Höchstarbeitszeit von 60 Stunden pro Woche. Zulässig ist dies nur, wenn nach 8 aufeinanderfolgenden Wochen 2 Wochen lang keine Überstunden anfallen.

Teilzeit: Jede Änderung der regelmäßigen Arbeitszeit bedarf der Schriftform. Für geleistete Mehrarbeitsstunden wird ein Zuschlag von 25 % gewährt, allerdings nicht, wenn sie noch im selben Quartal oder im Zeitraum von 3 Monaten durch Zeitausgleich 1:1 ausgeglichen werden oder wenn der Kollektivvertrag für Vollzeitbeschäftigte eine zuschlagsfreie Mehrarbeit vorsieht.

Öffnungszeitenregelung: Diese lässt die Beschäftigung im Rahmen der zulässigen Öffnungszeiten zu.

  Status Quo Neue Öffnungszeiten
Montag bis Freitag von 6.00 Uhr bis 19.30 Uhr von 6.00 Uhr bis 21.00 Uhr
Samstag von 6.00 Uhr bis 17.00 Uhr von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Gesamtoffenhaltezeit 66 Stunden 72 Stunden

Wird aber ein/eine Arbeitnehmer/in am Samstag nach 13:00 beschäftigt, verlangt die Regelung einen darauffolgenden, zur Gänze arbeitsfreien Samstag. Zusätzlich sind Arbeitsleistungen am Samstag zwischen 13:00 und 18:00 mit Zuschlägen zu versehen.

Quellen:
BGBl. I Nr. 61/2007
BGBl. I Nr. 62/2007

(Renate Schneider) 11/07