STEUERfrei - Oktober 2001

Anspruchszinsen

siehe auch: Zinsen beim Finanzamt (09/2011)

Was Sie noch zur Verzinsung von Steuernachzahlungen wissen sollten.

Wie bereits berichtet wird mit 1. Oktober 2001 eine Verzinsung von Steuerschulden im Bereich der Einkommensteuer und der Körperschaftsteuer eingeführt. Verzinst werden durch Veranlagung festgesetzte Nachforderungen, aber auch Gutschriften. Die Zinsen liegen 2% über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank. Beim derzeitigen Basiszinssatz von 3,25% betragen die sogenannten Anspruchszinsen also 5,25%. Der Verzinsung entgehen kann man nur durch zeitgerechte Entrichtung einer Anzahlung in Höhe der zu erwartenden Nachforderung. Diese muss dem Finanzamt als Verrechnungsweisung per Erlagschein als "E 1-12/2000" bzw. "K1-12/2000" oder durch ein gesondertes Schreiben gemeldet werden. Guthaben, die aus zu hohen Anzahlungen entstehen werden nicht verzinst!

Die Zinsen für Nachforderungen sind nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzbar, Zinsen für Gutschriften werden jedoch je nach Steuerprogression mit 0%-50% versteuert.

Neu festgesetzt wurde die Bagatellegrenze von 50,-- (S 688,--) bis zu welcher Anspruchszinsen nicht festzusetzen sind. Diese Regelung bewirkt, dass eine Steuernachforderung nicht in jedem Fall Zinsenpflicht auslöst, bzw. dass eine Anzahlung erst dann geleistet werden muss, wenn die Bagatellegrenze erreicht wird. Mit der genauen Berechnung möchte ich Sie hier aber nicht belasten, die können Sie getrost uns überlassen.

(Brigitte Heizinger) 10-12/01