STEUERfrei - September 2003

Die steuerliche Absetzbarkeit von Internetzugängen

Im Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine steuerliche Absetzbarkeit von Breitband-Internetanschlüssen als Sonderausgabe eingeführt.

In Österreich surft nunmehr schon jeder zweite regelmäßig im World Wide Web und nutzt so die Gelegenheit Informationen über beinahe jedes Thema zu finden. Doch nur 13% dieser User verfügen über einen sog. Breitband-Internetanschluss. Breitband - das bedeutet nicht nur eine physikalische Downloadbreite von min. 256 kbit/Sekunde, sondern auch die Möglichkeit der Nutzung eines drahtlosen Netzwerkes.

Damit Österreich dem Aktionsplan "eEurope2005" entsprechen kann, gibt es für alle "Breitband-Neulinge" ein Steuerzuckerl:

Wer zwischen dem 01. Mai 2003 und dem 31. Dezember 2004 erstmalig einen Breitband-Internetanschluss herstellen lässt, kann die Ausgaben von bis zu max. 50 absetzen - sofern sie vor dem 01.Jänner 2005 anfallen. Ebenfalls absetzbar sind die laufenden Grundentgelte bis zu einem Betrag von max. 40 pro Monat. Voraussetzungen sind dabei eine Standleitung, ein laufendes sowie ein zeitunabhäniges Grundentgelt.Außerdem muss der primäre Zweck des Anschlusses die Nutzung des Internetzugangs sein.

Schädlich für die Absetzbarkeit der Aufwendungen sind daher Zugänge, den der ISP (Internet Service Provider) gegen ein zeitabhängiges Benützungsentgelt zur Verfügung stellt, wobei in solchen Fällen auch die Absetzbarkeit der Kosten für die Herstellung des Anschlusses entfällt, sowie Einmalgebühren für die Erweiterung der Downloaddatenmenge.

Verfügt der Steuerpflichtige bereits über einen Breitbandanschluss und möchte nur den Provider wechseln ist keine Absetzbarkeit möglich. Die Begünstigung gilt nur bei der Umwandlung von Schmalband- auf Breitbandanschluss.

Fraglich ist, ob das Gesetz auch eine mehrfache e r s t m a l i g e Herstellung (z.B.: für Kinder oder Zweitwohnsitze) fördern würde. Unklar ist nämlich, ob die Absetzbarkeit ein einmaliges Ereignis darstellt. Nach dem Ziel des Gesetzes soll möglichst hohe Prozentzahl (ca. 50%) der österreichischen User bis 2005 mit Breitbandanschlüssen erreicht werdenl. Demnach sollte die Absetzbarkeit für alle erstmaligen Herstellungen die Folge sein. Hinsichtlich des laufendes Grundentgeltes ist der Gesetzeswortlaut klarer. Die max. 40 werden bei mehrfachen Anschlüssen nicht erhöht.

Nicht unter die Bestimmungen fallen z.B. UMTS, ISDN, analoge oder digitale Anschlüsse. Jeder xDSL-Anschluss hingegen sollte die Voraussetzungen eines "echten Internetzuganges" erfüllen und daher die Absetzbarkeit ermöglichen.

Die Geltendmachung erfolgt durch die Einkommensteuererklärung (E1) bzw. durch die Arbeitnehmerveranlagung (L1) für das abgelaufene Jahr, wobei Grundendgelte bis Ende 2004 absetzbar sind. Sämtliche Steuerformulare sind auf unserer Homepage unter "Formulare" abrufbar.

(Susanne Kühlmayer) 09/03