STEUERfrei - Juli 2002

Die Abfertigung NEU in der Bilanz

Die Neuregelung der Abfertigung hat auch Auswirkungen auf die steuerliche Gewinnermittlung.

Neue Dienstverhältnisse ab 2003
Für Dienstverhältnisse, welche der neuen Mitarbeitervorsorgeregelung unterliegen, ist in der Bilanz kein Passivposten (Rückstellung) mehr zu bilden, da durch die Zahlung der monatlichen Beiträge die Verpflichtung erfüllt ist.

Übertragung alter Abfertigungsansprüche in die Mitarbeitervorsorgekasse (MVK)
Für bestehende abfertigungspflichtige Dienstverhältnisse kann man durch Zahlung einer Einmalprämie, die Alt-Abfertigungsansprüche an die MVK übertragen (Totalumstieg). Die Einmalprämie ist - soweit sie die Rückstellung übersteigt (verteilt über 5 Jahre) - steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar. Die Rückstellung ist aufzulösen (WENN im Jahr 2003: steuerfrei!). Auch die Übertragung der Ansprüche nach dem Jahr 2003 an eine MVK ist steuerlich pro Jahr zu einem Fünftel absetzbar.

Einfrieren alter Abfertigungsansprüche oder
Fortbestand alter Abfertigungsansprüche

Bei Teilumstieg hingegen bleiben die Abfertigungsansprüche bis 31.12.2002 (eingefroren) bestehen und weiters besteht auch die Möglichkeit des Fortbestandes der Abfertigungsansprüche. In diesen beiden Fällen gilt: Solange Abfertigungsansprüche bestehen, sind diese in den Bilanzen auszuweisen.

Abfertigungsrückstellung handelsrechtlich und steuerrechtlich
Berechnet wird die Rückstellung durch ein finanzmathematisches Abzinsungsverfahren. Weitaus bekannter ist die Methode, von den Ansprüchen zum Stichtag einfach die Hälfte zu nehmen. Mit dieser aus dem Einkommen-steuergesetz kommenden Regelung, welches diese Ermittlung (genauer gesagt: 60% der fiktiven Abfertigungsansprüche bei über 50 Jährigen und 50% bei allen anderen) vorschreibt, ergeben sich meist vergleichbare Werte.

Steuerrechtliche Abfertigungsrückstellung - neu
An der Berechnung ändert sich durch das neue Gesetz nur, dass der allgemeine steuerliche Ansatz in 2 Jahresschritten (für 2003: 47,5%, ab 2004: 45%) gesenkt wird. Der Ansatz für über 50 Jährige bleibt unverändert bei 60%.
Trotz bestehender Alt-Abfertigungsansprüche gibt es - erfreulicherweise - auch hier die einmalige steuerfreie Auflösungsmöglichkeit der Rückstellung im Jahr 2003. Aber bitte nicht in der Handelsbilanz! Man verzichtet aber dadurch auf die Möglichkeit, das jährliche Anwachsen der Abfertigungsansprüche steuerlich abzusetzen (Aus-zahlung von Abfertigungen, siehe unten), hat aber jedenfalls verfallene Ansprüche steuerfrei aufgelöst.

Einnahmen - Ausgaben - Rechner
die ihren Gewinn durch Einnahmen - Ausgaben Rechnung er-mitteln, kennen zwar keine "Rückstellung", dafür wird hier ein "steuerfreier Betrag" (Berechnung siehe oben) gebildet, was im Endeffekt dieselbe Auswirkung hat. Wie die Bilanzierer, können auch sie sich von Ihrem Abfertigungspassivposten steuerfrei (im Jahr 2003) trennen.

Auszahlung von Abfertigungen
Wenn Sie sich zur Beibehaltung der "Rückstellung" entscheiden, sind zukünftige Abfertigungen steuerlich absetzbar, die Rückstellung ist dagegen zu vermindern. Nehmen Sie das Steuerzuckerl der pauschalen Auflösung 2003 in Anspruch, so sind künftige Abfertigungen ebenfalls (verteilt auf 5 Jahre) absetzbar.

Wertpapiere Adieu
Für alle Wertpapiere, die zur Bedeckung der Abfertigungsrückstellung dienten, wird das Aus in Etappen kommen: egal ob Rückstellung oder nicht - von den Wertpapieren können Sie sich (natürlich nur auf 5 Jahre verteilt) ab 2003 trennen.

TIPP - trennen Sie sich nicht von gutverzinsten Wertpapieren!

(Marina Polly) 07-09/02