STEUERfrei - Juni 2003

Abfertigung NEU

Wer ist betroffen?

Mit der Neuregelung zur Abfertigung sind alle privatrechtlichen Arbeitsverträge betroffen, die ab 1.1.2003 abgeschlossen wurden, also die Arbeitsverhältnisse der Arbeiter, Angestellten, Gutsangestellten, Journalisten, Hausgehilfen, Hausangestellten, der Lehrlinge und der geringfügig Beschäftigten. Bisher war der Anspruch auf Abfertigung von der Art der Beendigung des Arbeitsverhältnisses abhängig.

Finanzierung durch Beiträge der Arbeitgeber

In Zukunft werden die monatlichen Beiträge des Arbeitgebers an neue Mitarbeitervorsorge-Kassen (MV-Kassen) geleistet, die von der GKK eingehoben werden. Der Beitrag beträgt 1,53 % des Entgelts, auf das der Arbeitnehmer Anspruch hat. Der erste Monat ist beitragsfrei, nicht aber Präsenz-/Zivildienst-, Mutterschutzzeiten oder lange Krankenstände.
Im Gegensatz zum alten System bleiben für den Arbeitnehmer die vom Arbeitgeber einbezahlten Beiträge immer erhalten, auch im Falle der Selbstkündigung, des unberechtigten vorzeitigen Austrittes und der selbstverschuldeten Entlassung. Dafür besteht in diesen Fällen kein Anspruch auf sofortige Auszahlung der angesammelten Abfertigung.
Für bestehende Arbeitsverhältnisse gilt das bisherige Abfertigungsrecht weiter. Außer es wird ein Umstieg mit dem Arbeitgeber vereinbart.

Übergangsbestimmungen bei bestehenden Arbeitsverhältnissen

Unverändert nach der alten Regelung behandeln
Einfrieren: Der sich nach der bisherigen Dienstdauer zu berechnende Abfertigungsanspruch bleibt erhalten und unterliegt dem alten Abfertigungsrecht (geht also bei Eigenkündigung, verschuldeter Entlassung oder unbegründeten Austritt verloren). Ab dem vereinbarten Stichtag gilt das neue Abfertigungsrecht, der Arbeitgeber hat die Beiträge an die MV-Kasse zu bezahlen. Die Höhe des alten Abfertigungsanspruchs gegen den Arbeitgeber berechnet sich aus der Anzahl der "einge-frorenen" Monate mal dem zuletzt bezogenen Monatsentgelt. Daneben hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Abfertigung gegen die MV-Kasse nach dem neuen Abfertigungsrecht.
Übertragen: Als Abgeltung für die bisherige Dienstdauer wird ein bestimmter und der Höhe nach frei zu vereinbarender Betrag vom Arbeitgeber in die gewählte MV-Kasse einbezahlt, wobei zur Gänze das neue Abfertigungsmodell gilt. 2002 und 2003 steuerfrei übertragen, Wertpapierabstockung sofort!

Änderungen dadurch im Steuerrecht

Die Änderungen haben aber auch einen erheblichen Einfluss auf die Abfertigungsrückstellungen. Das Höchstausmaß der Abfertigungsrückstellung, dass bisher 50 % der fiktiven Abfertigungsansprüche betrug, wird 2003 auf 47,5 % und ab 2004 auf 45 % herabgesetzt. Die Pflicht zur Wertpapierdeckung entfällt stufenweise - ab 2003 nur noch 40 % statt bisher 50 % der steuerlichen Abfertigungsrückstellung, in jedem weiteren Jahr um jeweils 10 % weniger.
Bestehende steuerliche Abfertigungsrückstellungen dürfen zwar in den Jahren 2002 und 2003 steuerfrei aufgelöst werden, später anfallende Abfertigungszahlungen sind aber auf fünf Jahre verteilt als Aufwand geltend zu machen.

Weitere Hinweise

Für nähere Informationen verweise ich Sie auf die STEUERFREI-Ausgabe Juli - September 2002 zum Thema Abfertigung Neu. Die genaue Entwicklung der MV-Kassen bleibt abzuwarten, daher ist vor einer überhasteten Entscheidung zur Übertragung der Beiträge auf die MV-Kasse abzuraten.
Eine Übersicht über alle MV-Kassen mit ihren Angeboten haben wir für Sie zusammengestellt.
Musterverträge für den Teilübertritt (Einfrieren) und den Vollübertritt (Übertragen) gibt es auf Anfrage in unserer Kanzlei.

Einen Abfertigungsrechner finden Sie unter www.wintisa.at

(Renate Schneider) 06/03